Aachener Zeitung, 12.03.2008
Matthäus-Passion: Aufführung überzeugt mit stilistischer Geradlinigkeit
Die gelungene Aufführung überzeugte durch ihre stilistische Gradlinigkeit, wobei Botzet keinen Wert auf gestalterische Extreme legte. Die doppelchörige Struktur der Chorpartien hatte Botzet im Griff, auch wenn sie nicht auf jedem Platz im Dom klanglich voll zur Geltung kamen. Er schlug moderate Tempi an, sorgte für deutliche, aber nicht sonderlich scharfe dynamische Kontraste, phrasierte lebendig, nichtübermäßig profiliert, er nahm sich für die kontemplativen Arien Zeit, ohne zu schleppen, und formte die dramatischen Turba-Chöre akzentreich, aber weich konturiert. Dabei konnte sich Botzet auf seinen sorgfältig einstudierten, recht textverständlichen und sauber intonierenden Chor stützen, ebenso wie auf das Concert Royal Köln, das sich als stilsicheres Instrumentalensemble erwies und sich auch den hohen solistischen Anforderungen gewachsen zeigte.
Aachener Nachrichten, Lokale Kultur, 11.03.2008
Präzise Einsätze, klare Klänge und reine Intonation
Selten war im altehrwürdigen Gemäuer des Domes so reine, von allem überflüssigen Pomp entschlackte Musik zu hören wie die vom Domchor gesungene Matthäus-Passion von Bach. Die von ihrem Leiter Berthold Botzet sorgfältig vorbereiteten und sicher geführten Stimmen und das auf alten Instrumenten fast ohne Vibrato spielende Ensemble „Concert Royal Köln" präsentierten eine fast makellose Aufführung des riesigen Werkes, das in seiner Schlichtheit zutiefst berührte. Mit präzisen Einsätzen, differenzierten Klängen und reinster Intonation zeigten sich die Sänger aller Alters- und Stimmgruppen von ihrer besten Seite, wobei die feinsten modulierten Choräle besonders begeisterten. Bei aller Klangfülle strahlte die gesamte Aufführung eine Intimität aus, die vielleicht nicht alle Zuhörer erreichte, im kleinen Rund des Oktogons allerdings dem Werk eine ganz besondere, selten zu hörende Nöte verlieh.
Rheinische Post, Kempen, 10.03.2008
Matthäus-Passion: Eine tief bewegende Passion
Ungewohnt war, dass die im Oratorienchor üblicherweise von Frauen gesungenen Stimmen hier ausnahmslos einem Knabenchor übertragen wurden. Bedenken, die Jungen könnten mit dieser schwierigen Aufgabe überfordert werden, erwiesen sich schnell als haltlos. Mit einer beachtlichen Sicherheit war der Knabenchor bei der Sache. Da der Männerchor ebenfalls hervorragend sang, war der Gesamtklang des Chors tadellos, sowohl in den Chorälen wie in de Turba-Partien.
Aachener Zeitung, 17. Dezember 2007
Weihnachtskonzert: Gesang, der ans Gemüt geht
Die glockenhellen Stimmen eines der traditionsreichsten Knabenchöre Deutschlands füllten den Krönungssaal des Aachener Rathauses mit jugendlicher Frische und sauberster Intonation bis in die höchsten Höhen und mit einer anmutigen Wärme in den mittleren Lagen. Ergänzt durch den Männerchor mit sehr schönen Bassstimmen intonierten die kleinen und großen Sänger unter Leitung von Domkapellmeister Berthold Botzet alte und neue Lieder zur Weihnacht. In gut ausgewogener Stimmverteilung erklangen gregorianische Choräle, romantische Vertonungen und Bearbeitungen, und immer wieder alt bekannte Lieder, die vom Publikum im vollbesetzten Saal begeistert mitgesungen wurden.
Aachener Zeitung, 13. Dezember 2007
Musikgenuss auf allerhöchstem Niveau
Die frohe Erwartung der Ankunft des Erlösers brachte der Domchor, der vor einigen Wochen noch in Andalusien auf Konzertreise war, im adventlich geprägten Programmteil mit seinen mehrstimmigen Gesängen sowohl in deutscher als auch lateinischer Sprache facettenreich auf den Punkt. Dabei spannte der Chor den Bogen vom Hymnus "Conditor alme siderum" von Fauxbourdon/J. Stadlmayr, über das etwas andere "Ave Maria" von Tomas L. da Vittoria und über den Chorsatz "Es flog ein Täublein weiße" bis zum "Ex Sion" von Joseph Gabriel Rheinberger, um nur einige Werke zu nennen. "Macht die Tore weit", lautete sein adventlicher Appell in diesen Tagen. Der Domchor entfaltete dynamisch und diszipliniert seine reiche Klangfülle. Festlich weihnachtliche Seiten schlug er nach der Pause auf. "Nun sei uns willkommen Herr Christ", "Freut euch ihr lieben Christen" und "In dulci Jubilio" erklangen genauso wie die Volksweise ""Als ich bei meinen Schafen wacht" und das kunstvoll arrangierte bekannte Lied "Zu Bethlehem geboren". Wunderschön anzuhören war nicht minder ein neapolitanisches Volkslied und das "Sing und jubiliere, Weihnachtsnachtigall". Zwischendurch brillierten zwei Knaben im Sopran und Alt solistisch. Lupenreine Engelsstimmen faszinierten das begeisterte Publikum. Der Domchor, der einen nachhaltigen Eindruck in beiden Konzerten hinterließ, verabschiedete sich mit einer Zugabe. Michael Hoppe leitete am Flügel zwischen den Stücken über.
Aachener Zeitung, 4. November 2006
Farbige Klänge bei der Dommusik
Es gibt kaum einen geeigneteren Anlass für ein Requiem als Allerheiligen, an dem zusätzlich im Rahmen der Oktobermusik an die Befreiung Aachens vor 61 Jahren erinnert wird. Der Aachener Domchor und das Sinfonieorchester Aachen haben diesen Doppelgedenktag mit selten zu hörenden Werken von Franz von Suppé, Julius van Nuffel und Paul Hindemith begangen. Der Wiener Kapellmeister Suppé zeigt eine Dramatik, die weit über das bekannte Unterhaltungsniveau der Operette hinaus geht und das Requiem zu einer ernst gemeinten Totenklage macht. Chorleiter Berthold Botzet gab mit ruhigen Tempovorgaben viel Gelegenheit zum Aussingen der Kantilenen, was der Chor mit reinster Klangkultur und großer Dynamik schaffte .... Die Psalmvertonung "In convertendo Dominus" des Belgiers van Nuffel präsentierte sich als großes, spätromantisches Klanggemälde mit großartigen Steigerungen und jubelnden Höhen. Als etwas sprödes Werk setzte Hindemiths Konzert für Orgel und Kammerorchester einen klanglichen Kontrastpunkt. Domorganist Norbert Richtsteig gestaltete diese verhaltenen Klänge durchaus souverän und farbig, das Orchester begleitete hier wie auch in den beiden Chorwerken geschmeidig und setzte präzise, klangschöne Akzente.
Rheinische Post, 4. April 2006
Passion in Klang-Balance
Zu einem tiefen musikalisch-geistlichen Erlebnis wurde die Aufführung der Matthäus-Passion im Gladbacher Münster.
…Berthold Botzet zeigte sicheres Gespür bei der Wahl der Tempi, die stets an Verständlichkeit orientiert waren, sowie feinen Sinn für die Bedeutung von Phrasierungen und Wortauslegung. Diese Stärken kamen weniger den Chorälen als den verschiedenartigen Chören zugute, deren Stimmungen durch die Klangsdisziplin des Domchores und die Unverstelltheit der Knabenstimmen unmittelbar an die Hörer drangen…
Aachener Nachrichten, 13. Dezember 2005
Bewegendes Konzert hilft den Bedürftigen
Aachener Domchor bot ein stimmungsvolles Weihnachtskonzert im vollbesetzten Krönungssaal.
…Mehr als 80 Sängerknaben und Herren sorgten 90 Minuten lang für Freude und Besinnung. Die Programmatik des Abends mit klarem Bezug zum Religiösen wurde aufgelockert durch Lesungen aus dem Evangelium und die Integration des Publikums beim gemeinsamen Mitsingen von bekannten Weihnachtsliedern. Der hervorragend aufgestellte Chor unter der engagierten Leitung des Domkapellmeisters Berthold Botzet präsentierte eine breite Palette an weihnachtlichen a-capella-Sätzen alter Meister sowie anspruchvollen Chorwerken von Bach und Bruckner bis hin zu Gegenwartsvolksweisen aus ganz Europa. Die ausgezeichnet geschulten Vokalisten brachten die Stimmung der jeweiligen Werke, ob kraftvoll, freudig bewegt oder leise und zart getragen, beeindruckend zu Gehör. Die dargebotenen Interpretationen gingen differenziert und sensibel auf die Liedinhalte ein. Auch hinsichtlich der Tonreinheit und der Dynamik war der Chor bestens vorbereitet…
Aachener Zeitung, 5. September 2005
Domchor zeig sich künstlerisch in guter Verfassung
Das 75-jährige Jubiläum des Bistums nahm der Aachener Domchor zum Anlass, sich mit Mozarts Messe in c-Moll KV 427 einer besonders anspruchsvollen Herausforderung zu stellen. Im voll besetzten Dom gelang Domkapellmeister Berthold Botzet zusammen mit dem Sinfonieorchester Aachen und einem gediegenen Solistenquartett eine ordentliche Interpretation, was angesichts des immensen Schwierigkeitsgrads als großes Kompliment zu sehen ist…
Aachener Zeitung, 30. März 2005
Aachener Domchor sang in Rom Bachs Johannes-Passion
... erklang in der Borromini-Kirche Sant Agnese in Agone an der Piazza Navona Bachs Johannes-Passion zusammen mit dem Concert Royal Köln und Solisten. Unter den Ehrengästen des überaus gut besuchten Passionskonzertes befanden sich der deutsche Botschafter beim Heiligen Stuhl sowie Kurienkardinal Walter Kasper, Vorsitzender des Päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen, den Aachenern vom Weltfriedensgebet 2003 bekannt, und der Prior der Benediktiner-Abtei Sant Anselmo. Der Chor war in kleiner Besetzung mit 18 Knaben und 10 Herren unterwegs, der Formation, die einige Tage zuvor in Kornelimünster die Johannes-Passion sang. Die Darstellung der Passion unter Leitung Berthold Botzet hinterließ bei den Zuhörern tiefen Eindruck.
Aachener Nachrichten, 14. März 2005
Domchor bietet anrührende Aufführung
Mit einer sehr intimen und anrührenden Aufführung der Bach’schen Johannes-Passion eröffnete der Aachener Domchor unter Leitung von Berthold Botzet die vorösterlichen Passionsmusiken. Mit ihren glockenhellen Stimmen erfüllten die Knaben den schönen Raum der vollbesetzten Propsteikirche in Kornelimünster. Zusammen mit dem Ensemble „Concert Royal“ aus Köln, das auf historischen Instrumenten mit sehr weichem, runden Klang musizierte, schuf der in relativ kleiner Besetzung singende Domchor eine Interpretation ohne romantisierendes Pathos. In der fast kammermusikalischen Innigkeit kam die tiefe Gläubigkeit Bachs auf schönste zur Geltung. Botzet leitete den Chor mit sicherem Gespür für die Tempi, wobei er flexibel auf die Texte reagierte und die barocken Tonmalereien sorgfältig herausarbeitete.
Rheinische Post, 14.12.2004
Aachener Domchor begeisterte in St. Nikolaus
Weihnachtskonzert in der Osterather Pfarrkirche
Mit nahezu frenetischem Beifall wurden die beiden Auftritte des Domchores unter dem souveränen, fordernden Dirigat von Domkapellmeister Berthold Botzet bedacht. In zwei Liedgruppen wurden advent- und weihnachtliche Chorwerke in eindrucksvoller Präzision und Klangfülle dargeboten. Die Zuhörer genossen die ausgefeilte Technik und die ausdruckstarke Wiedergabe der Werke.
Aachener Zeitung, 17.11.2003
Sternstunde des sensiblen Musizierens
Glanzvoll: Haydns „Die Schöpfung“
Es war, gleich vorweg gesagt, eine Sternstunde der Oratorieninterpretation. Zu diesen in den Duetten und Terzetten brillant harmonisierenden Gesangssolisten gesellte sich auf gewohnt hohem Niveau der Aachener Domchor als dritte Kraft hinzu und gestaltete die großen Chöre mit prononcierter Diktion, klarer Transparenz in den fugierten Passagen und einer gut abschattierten Klangfülle.